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Oldtimersport

oldtimer.jpgDer Begriff Oldtimer dürfte den meisten Menschen in Deutschland geläufig sein, unabhängig davon, ob man selbst ein entsprechendes Fahrzeug besitzt oder einem altehrwürdigen Fortbewegungsmittel "nur" als Bewunderer gegenüber steht.

Was zeichnet aber eigentlich einen Oldtimer aus?
Hier scheiden sich die Geister - und spätestens nach der Erfindung des Begriffes "Youngtimer" sorgt dies selbst in der Fachwelt für viel Diskussionsstoff. Mitunter kann dies in einer philosophischen Betrachtungsweise enden, die stets auch viel Subjektivität beinhaltet. Übrigens: Entgegen der landläufigen Meinung wird der Begriff Oldtimer in England nicht im Zusammenhang mit alten Fahrzeugen gebraucht. Dort versteht man unter dem Begriff Oldtimer vielmehr einen "alten Mann". In England spricht man eher von "classic Car", "veteran car" oder "vintage car".
Geht man auf Spurensuche, wird man sogleich im Duden fündig. So steht dort geschrieben: "Oldtimer = altes ehrwürdiges Modell eines Fahrzeuges". Im Wörterbuch von Wahrig ist nachzulesen:"Automodell aus der Frühzeit des Automobilbaus mit Liebhaber- und Sammlerwert". Doch was ist denn unter der Frühzeit des Automobilbaus zu verstehen? Darunter fallen sicher nicht mehr die Modelle der Nachkriegszeit. Dennoch wurde mit der Einführung des Historischen Kennzeichens im Jahre 1997 der Begriff "Oldtimer" gesetzlich im Rahmen der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) verankert und zwar für Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind. Der Begriff "Youngtimer" wurde 1993 geschaffen, als vom ADAC Nordrhein die Idee vom jüngeren historischen Motorsport verwirklicht wurde. Die Fahrzeuge der Homologationsjahre 1966 bis 1976 waren damals zwar zu jung, um Oldtimer zu sein, aber sie zählten schon zur Automobilsport-Historie. Nach dem aktuellen Youngtimer-Reglement zählen Fahrzeuge aus den Baujahren zwischen 1966 und 1988 zu den Youngtimern. Schnell machte der Begriff Youngtimer auch in der "normalen" Autowelt die Runde. Mittlerweile gibt es einige Dutzend Veranstaltungen, die sich teilweise sogar ausschließlich den Youngtimern widmen. Eine eigene, boomende Szene hat sich entwickelt, die insbesondere die junge Generation in ihren Bann zieht und die diese letztlich irgendwann automatisch auch zu stolzen Besitzern von Oldtimern macht. Auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beschäftigt sich mit dem Thema Youngtimer. Im Jahresband 2004 heißt es:"Fahrzeuge, die nicht zum alten Eisen, aber auch nicht mehr zu den jüngeren gehören, fallen in die Kategorie der Youngtimer". Das KBA zählt bereits Fahrzeuge mit 12 Jahren zur Kategorie Youngtimer. Neben den Begriffen Oldtimer und Youngtimer kursieren auch noch die Bezeichnungen "Veteranen" und "klassische" sowie "historische" Fahrzeuge. Ob Oldtimer, Youngtimer oder Klassiker - exakt festgelegt sind diese Begriffe jedenfalls nicht. Ob Vorkriegs-DKW oder noch gar nicht so alter BMW Z1: Jedem ist freigestellt, sein Auto so zu nennen, wie er es selbst für richtig hält.
Trotzdem haben sich in der Praxis zwei Altersgrenzen eingependelt, die entsprechend auch von den meisten Versicherern genutzt werden:
Oldtimer:      mindestens 30 Jahre alt
Youngtimer:  zwischen etwa 15 u. 30 Jahre alt

Oldtimer-Veranstaltungsarten

Es gibt immer mehr Veranstaltungen für Oldtimer- und Youngtimer-Fans. Vom Frühjahr bis zum Herbst vergeht kaum ein Wochenende, an dem nicht unzählige Auktionen, Messen, Teilemärkte, Ausfahrten, Treffen, Rallyes oder historische Motorsport-Aktivitäten stattfinden. Damit Sie den Überblick behalten: Eine stets aktualisierte Aufstellung der wichtigsten Oldtimer-Messen und ein Terminkalender mit den Daten zu den rund 300 Oldtimer-Veranstaltungen des ADAC findet Sie unter: www.adac.de/oldtimer.

Oldtimer-Treffen

Oldtimer-Treffen sind ein Eldorado für Zuschauer. Besitzer von historischen und klassischen Fahrzeugen präsentieren dem interessierten Publikum ihre Schätzen. Oftmals verbinden die Veranstalter ein Treffen mit Ausfahrten, Teilemärkten, Fahrzeug-Corsos, Sternfahrten oder einem Concours d´Elegance.

Oldtimer-Ausfahrten
Ausfahrten mit Oldtimern finden auf öffentlichen Straßen statt und hierbei kommt es nicht auf Höchstgeschwindigkeit an. Je nach Art der Veranstaltung ist es möglich, dass die Organisatoren nur Automobile oder nur Motorräder für eine Teilnahme zulassen. Außerdem gibt der Veranstalter in der Regel ein Mindestalter für die Fahrzeuge vor. Legt der eine einen Schwerpunkt auf Youngtimer, gibt es andere, die nur Vorkriegs-Klassiker zulassen. Aufschluss darüber geben die Ausschreibungsunterlagen, die bei den Veranstaltern unverbindlich angefordert werden können und aus denen der Leistungsumfang sowie die Höhe des so genannten Nenngeldes bzw. der Einschreibegebühr hervorgeht.
Während der Ausfahrten werden meist Aufgaben aus dem Bereich des täglichen Autofahrerlebens gestellt (Halten vor einem Gatter, Fahrzeugmitteschätzen, zwischen zwei Stangen halten usw.) Zum Teil werden auch so genannte Gleichmäßigkeits-Prüfungen eingebaut. Hier kommt es darauf an, Streckenabschnitte in einm vorgegebenen Zeitrahmen zu durchfahren. Je größer die Abweichung zur Vorgabe ist, desto mehr Strafpunkte erhält der Fahrer. Am Ende der Veranstaltung werden die Punkte zusammengezählt und die Gewinner ermittelt. Wer lieber allein als in der Gruppe fährt und dabei seine Region oder nähere Umgebung näher kennen lernen möchte, dem bieten die von den ADAC-Regional- und-Ortsclubs ausgeschriebenen Heimat-,Bildersuch-,Ziel- oder Sternfahrten eine interessante Alternative.
Oldtimer-Wandern

Der ADAC hat 2004 eine neue Veranstaltungsart ins Leben gerufen: das "Oldtimer-Wandern" mit historischen und klassischen Fahrzeugen. Getreu dem Motto des in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts propagierten "Auto-Wanderns" wird hierbei völlig auf Zeitwertungen und sonstige Zwänge verzichtet. Vielmehr sollen die Teilnehmer auf den gut ausgearbeiteten und ausgeschilderten Wander-Touren geruhsam und stressfrei die jeweilige Landschaft entdecken sowie Kultur, Natur und Gastronomie der Region kennen lernen. Bei den "Wanderpausen" der Touren gibt es neben Kostproben landestypischer Spezialitäten auch einige Aufgaben zu bewältigen, die in eine Wertung einfließen. Neben der ADAC Trentino Classic, die speziell für historische und klassische Automobile konzipiert wurde, gibt es auch die ADAC Moto Classic, bei der in der Region Luxemburg/Eifel die Fahrer von Oldtimer-Motorrädern willkommen sind.

Concours d´Elegance

Bei einem Concours d´Elegance handelt es sich um einen Schönheitswettbewerb für Automobile oder Motorräder. Die schönsten Fahrzeuge werden prämiert und es gibt zudem oft auch begehrte Pokale, Sachpreise oder gar Preisgelder. Die Jury wertet nach verschiedenen Kriterien wie beispielsweise Originalität, Historie, Pflegezustand oder Gesamterscheinung der Fahrzeuge. Je seltener ein Exemplar ist, desto größer sind die Chancen auf eine gute Platzierung. Namen wie Pebble Beach (Kalifornien) oder Villa d´Este (Italien) sind den Enthusiasten ein Begriff. In Deutschland bieten Schlossanlagen meist einen respektablen Hintergrund für hochrangige Concours-Veranstaltungen, wie etwa die Parkanlage des Ludwigsburger Schlosses bei der "Retro Classics meets Barock". In jedem Fall handelt es sich bei diesen Events immer auch um gesellschaftliche Höhepunkte, bei denen Prominenz nicht fehlt. "Sehen und gesehen werden" heißt hier das Motto.

Oldtimer-Rallyes auf Gleichmäßigkeit

Während es bei touristischen Ausfahrten gelassener zugeht, dreht es sich bei den Oldtimer-Rallyes schon mehr um sportlichen Ehrgeiz - auch wenn die Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen (natürlich unter Einhaltung aller Verkehrsregeln) unterwegs sind. Das Fahren mit einem so genannten Roadbook mit vielen Gleichmäßigkeits-Prüfungen und Überwachung des Temposchnittes sowie Aufgabenstellungen nach topografischen Karten an bestimmten Punkten erfordert sehr viel Konzentration, will man in die Punkteränge fahren. Jede Abweichung von den Vorgaben wird mit Strafsekunden belegt. Auch wenn hier sportliches Fahrkönnen gefragt ist, handelt es sich nicht um Fahren auf Bestzeit, denn es werden nur geringe Durchschnittsgeschwindigkeiten bei Einhaltung der StVO gefahren. Meist gibt es spezielle Geschicklichkeisaufgaben, die eine Rallye auflockern. Abends genießen die Teilnehmer natürlich auch die Möglichkeit, beim geselligen Zusammensein "Benzin zu reden".

Oldtimer-Rallyes auf Bestzeit

Bei den Oldtimer-Rallyes gibt es auch die Variante, bei der auf Bestzeiten gefahren wird. Die Wertungsprüfungen hierfür werden grundsätzlich auf abgesperrten und gesicherten Strecken gefahren. Für Bestzeitrallyes werden Lizenzen und Wagenpässe bzw. Straßenzulassungen sowie weitere Voraussetzungen gefordert, was aus den Ausschreibungen sowie dem Handbuch des DMSB, Anhang K, hervorgeht oder der Veranstalter auf Anfrage gerne mitteilt.

Historischer Rennsport

Beim historischen Rennsport ist bei den Teilnehmern eine schnellere Gangart angesagt. Es werden spezielle Sportfahrer-Lizenzen benötigt, was aus den Ausschreibungsunterlagen und dem Handbuch des DMSB für Automobile bzw. Motorräder hervorgeht. Rundstrecken-Rennen mit historischen Rennfahrzeugen sind echte Zuschauermagnete, die viele Fans an die Rennstrecke locken. Hier schnuppert man Rennluft und im Fahrerlager kann der technisch versierte Laie die speziellen Konstruktionen von damals noch einmal live "erleben". Beispielsweise beim Internationalen ADAC Oldtimer Festival am Nürburgring oder beim ADAC Eifelrennen, die Nordschleife und Grand-Prix-Kurs zum Treffpunkt der Freunde klassischer Automobile machen. Dabei wird das in 2005 erstmals realisierte Konzept der Veranstaltung fortgeführt und stets weiter verfeinert. Während auf Nordschleife und Grand-Prix-Kurs der Traditionsrennstrecke die einmaligen automobilen Klassiker längst vergangener Tage in Aktion zu bewundern sind, ist das Fahrerlager das Domizil der Fahrzeugraritäten der Markenclubs. Den Mittelpunkt bildet dabei das liebevoll gestaltete Ausstellungszelt mit seinen besonders seltenen und hochwertigen Museumsstücken. Kern der Veranstaltung sind natürlich die Rennen und Gleichmäßigkeitsläufe auf dem Grand-Prix-Kurs und der legendären Nordschleife mit ebenso legendären Fahrzeugen. Weitere Infos unter: www.adac-eifelrennen.de

Rennatmosphäre - ohne Lizenzen

Mit der ADAC Salzburgring Classic - Sound of Speed - wird Fahrspaß pur mit historischen Rennboliden geboten und zwar ohne Wettbewerbsdruck und ohne Lizenzen. Sportlich orientierte Besitzer von Vorkriegs-, Formel- und Rennsportwagen bis Baujahr 1976 sowie von GT- und Tourenwagen bis Baujahr 1971 haben bei der ADAC Salzburgring Classic die Gelegenheit, ohne lästigen Rennstress mit ihrem Klassiker auf der Rennstrecke zu "spielen". Dass Tempo bestimmt jeder für sich selbst. Ein strenges Reglement oder einen Wagenpass als Teilnahmevoraussetzung gibt es nicht. "Helm aufsetzen und losfahren!" heißt das Motto. Beginn ist Freitag mit einer Boxenparty. Die Wertung zur "Sounds of Speed Trophy" erfolgt nach den Kriterien: Sound, Fahrstil, Seltenheit und Erhaltungszustand.

Pokalserien

Bei den einzelnen Veranstaltungen geht es immer um Pokale - jeder gibt sein Bestes, um den ersten Platz zu erzielen. Wer bei mehreren Terminen an den Start gehen will,  für den besteht durch die vielen ADAC Pokalserien die Möglichkeit, am Ende der Saison nochmals Pokale zu erhalten und an einer feierlichen Siegerehrung teilzunehmen. Neben den Pokalserien im historischen Rennsport (z.B. Graf Berghe von Trips Pokal, Youngtimer Trophy, ADAC Classic Trophy) bietet der ADAC auch bundesweite sowie regionale Serien für fast alle Oldtimer-Veranstaltungsarten an. Tradition und Moderne spiegeln sich bei der Vielzahl von ADAC Veranstaltungen wieder. Mit dem ADAC Graf Berghe von Trips Pokal für historische Formel- und Rennsportwagen veranstaltet der ADAC im Übrigen nicht nur die erste, sondern auch die am längsten bestehende Rennserie im historischen Motorsport. Mit allen Serien will der ADAC einen weiteren Beitrag zur Pflege, Förderung und zum Erhalt von technischem Kulturgut in Deutschland leisten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Jürgen Cüpper
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Tel.: 0221 - 47 27 704